1. Juni 2022 Pressestatements

Auswirkungen der Inflation auf Mietpreise

Berlin – Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen stecken in einem Dilemma: Sie sind der Garant für bezahlbare Mieten in Deutschland und bieten mit einer Durchschnittsmiete von 5,98 Euro pro Monat und Quadratmeter günstigen Wohnraum für Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen. Ihre jährliche Rendite liegt bei gerade einmal 2 bis 3 Prozent. „Durch die sehr ambitionierten Wohnungsbau- und Klimaziele der Bundesregierung und immer weiter steigende Anforderungen an das Bauen und Wohnen wächst jedoch die Notwendigkeit von immer höheren Investitionen. Gleichzeitig befinden sich die Unternehmen angesichts von rasanter Inflation, Lieferengpässen, Fachkräftemangel und steigenden Bauzinsen in einem perfekten Sturm. Bau- und Sanierungsprojekte müssen gestoppt und abgesagt werden“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

„Diese toxische Mischung von Preisexplosionen, immer höheren staatlichen Vorgaben und krisenhaften Entwicklungen hat das Potenzial, die sozial orientierten Wohnungsunternehmen in ernsthafte existenzielle Schwierigkeiten zu bringen. Denn ihre Mieterinnen und Mieter verfügen mehrheitlich über geringe Einkommen und können sich deutliche Mietsteigerungen nicht leisten“, so Gedaschko weiter. „Insbesondere in strukturschwachen Regionen existiert keinerlei Spielraum für höhere Mieten. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, dass der Staat die Dinge fördert, die politisch und gesellschaftlich gefordert sind, und bei Preissprüngen für einen sozialen Ausgleich sorgt. Die im neuen Bundeshaushalt enthaltenen KfW-Förderprogramme für den altersgerechten Umbau und den Kauf von Genossenschaftsanteilen sind hier wichtige Signale, reichen aber insgesamt nicht aus. Vielmehr werden sie von dem seit Januar anhaltenden Förderchaos für klimaschonende Gebäude überschattet. Wenn Wohnraum für die Mitte der Gesellschaft erhalten und geschaffen werden soll, muss der Staat kurzfristig für eine auskömmliche und verlässliche Fördersystematik sorgen und langfristig Instrumente wie das Wohngeld und die soziale Wohnraumförderung weiter stärken. Nur so kann das bezahlbare Wohnen in Deutschland gesichert werden.“

Andreas Schichel Andreas Schichel Leiter Pressestelle & Pressesprecher +49 30 82403-150

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