21. Juni 2016 Pressemeldungen

Geisterstädte verhindern – Wohnungswirtschaft legt Zehn-Punkte-Plan zur Rettung von Schrumpfungsregionen vor

  • Experten und Bundestagsabgeordnete diskutieren Lösungswege beim WohnZukunftsTag des GdW in Berlin

Berlin – Deutschland droht die demografische Spaltung. Während zahlreiche Großstädte rasant wachsen und Wohnungen dort immer rarer und teurer werden, verlieren viele ländliche Regionen ungebremst Einwohner, werden immer unattraktiver – und drohen langfristig zu regelrechten Geisterstädten zu werden. „Mit unserem Zehn-Punkte-Plan legen wir der Politik wirksame Maßnahmen vor, mit denen wir die Lebensqualität kleinerer Städte im ländlichen Raum gemeinsam sichern können“, erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, anlässlich einer Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten über die Ergebnisse der Studie „Schwarmstädte“ beim WohnZukunftsTag in Berlin.

„Die Debatten über Wohnungspolitik drehen sich aktuell fast ausschließlich um Wohnungsmangel und Mietspreisbegrenzungen in Ballungszentren. Vergessen werden dabei allzu oft die ländlichen Regionen. Sie sind die Verlierer der aktuell starken Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands“, so der GdW-Chef. Eindeutige Gewinner der Binnenwanderung sind dagegen 30 kreisfreie Großstädte, wie die „Schwarmstädte“-Studie zeigt. Dort hat sich die Zahl der jungen Einwohner aus den Geburtsjahrgängen 1973-1993 in nur fünf Jahren (2008-2013) mehr als verdoppelt. Anlass dieses „Schwarmverhaltens“ jüngerer Menschen sind insbesondere die Aufnahme eines Studiums, der Beginn einer Ausbildung oder der Berufsstart. Ausschlaggebend für die Wohnortwahl ist in erster Linie die Attraktivität der Stadt als lebendiges urbanes Zentrum.

„Mit einer gemeinsamen Strategie müssen alle Akteure auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene daran arbeiten, lebendige Zentren in den Abwanderungsregionen zu erhalten und eine volkswirtschaftlich unrentable Überkonzentration unserer Bevölkerung in den Wachstumsregionen zu verhindern“, forderte Gedaschko.

Zehn-Punkte-Plan zur Attraktivitätssteigerung von Abwanderungsregionen:

  1. Politische Agenda stärker auf Förderung gleichwertiger Lebensbedingungen ausrichten
  2. Preiswerten Wohnraum als Standortvorteil in außerstädtischen Regionen erkennen
  3. Städtebau- und Regionalförderung stärker auf Abwanderungsregionen konzentrieren
  4. Örtliche Infrastrukturen, wie Einzelhandel, Bildungs- und kulturelle Angebote erhalten
  5. Erreichbarkeit durch Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs verbessern
  6. Breitbandausbau in schrumpfenden Regionen vorantreiben
  7. Öffentlichen Raum durch bauliche Maßnahmen aufwerten
  8. Bau von Mitarbeiter-Wohnungen als Standortfaktor für qualifizierte Arbeitskräfte
  9. Urbanität und Lebendigkeit kleinerer Städte durch Veranstaltungen etc. anstoßen
  10. Nachbarschafts- und ehrenamtliches Engagement lokaler Akteure fördern

Die ausführlichen Forderungen des GdW finden Sie hier 57.77 kB. Journalisten können ein kostenfreies Exemplar der Studie „Schwarmstädte in Deutschland“ per E-Mail an presse@gdw.de anfordern.

Die Pressemitteilung zum Download 96.7 kB

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Andreas Schichel Andreas Schichel Leiter Pressestelle & Pressesprecher +49 30 82403-150

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