GdW Europabrief 11/2026
Stärkung der Wasserresilienz
Am 5. Oktober 2026 haben EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall und Bundesumweltminister Carsten Schneider eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung der Wasserresilienz unterzeichnet. Darin bekräftigen beide Seiten, die Umsetzung der EU-Wassergesetzgebung voranzubringen.
Die Erklärung benennt zentrale strategische Bereiche, in denen Deutschland kurzfristig erhebliche Fortschritte erzielen sollte, um seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Wasserrisiken zu stärken. Beide erkennen an, dass Wasser ganzheitlich bewirtschaftet werden muss, unter Berücksichtigung seiner Funktionen für Umwelt, Wirtschaft und Verkehr.
Vier Schwerpunkte wurden festgelegt:
- Wiederherstellung und Schutz des Wasserkreislaufs (Renaturierung, nachhaltige Landwirtschaft etc.),
- Aufbau einer wassereffizienten Wirtschaft und einer florierenden Wasserwirtschaft in der EU (unter anderem. durch eine Leitlinie für Wasserknappheit bis 2026),
- Sicherstellung von sauberem und bezahlbarem Wasser sowie sanitären Einrichtungen (z.B. durch die Nachrüstung von Kläranlagen),
- Stärkung von Zusammenarbeit, Governance und Qualifikationen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft.
Die Kommission will Deutschland im Rahmen der EU-Wasserresilienzstrategie mit verschiedenen Fördermaßnahmen unterstützen. Dazu zählen die Förderung von Forschung und Innovation, die Beschleunigung der Digitalisierung, der Ausbau von Kompetenzen sowie die Erleichterung öffentlicher und privater Investitionen in grün-blaue Infrastruktur.
Deutschland ist der erste Mitgliedstaat, mit dem die Europäische Kommission diesen Dialog abgeschlossen hat. Ziel der Kommission ist es, strukturierte Dialoge mit allen Mitgliedstaaten zu führen.