26. September 2017 Pressemeldungen

Klimaschutz in Europa – Wohnungswirtschaft berät Chancen und Hemmnisse für einen energieeffizienten Wohngebäudebestand

Brüssel – „Die laufende Novelle der Gebäuderichtlinie bietet Chancen, den Beitrag des Gebäudesektors zum Klimaschutz zu stärken. Dabei darf es aber nicht mehr nur um die Anforderungen an die Gebäudehülle gehen – auch die Versorgung der Gebäude mit Erneuerbaren Energien ist ein wichtiges Element“, erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft, anlässlich eines parlamentarischen Frühstücks. Unter der Schirmherrschaft der Mitglieder des Europäischen Parlaments Jens Geier (SPD) und Dr. Markus Pieper (CDU) hatte der GdW gemeinsam mit dem niederländischen Partnerverband Aedes und dem europäischen Wohnungswirtschaftsverband Housing Europe zu einer Diskussionsveranstaltung mit Europaabgeordneten und Vertretern der europäischen Wohnungswirtschaft geladen.

„Die gegenwärtige Strategie zum Klimaschutz stößt an ihre Grenzen“, erklärte GdW-Geschäftsführer Dr. Christian Lieberknecht in Brüssel. Bisher sollen die Klimaziele im Gebäudesektor vor allem durch Maßnahmen an der Gebäudehülle erreicht werden. Einige EU-Mitgliedsstaaten haben hier in den letzten Jahren schon viel erreicht. Allein in Deutschland sind über 67 Prozent der Gebäude von GdW-Unternehmen bereits teilweise oder umfassend energetisch saniert. Genau hier liegt aber das Problem: Eine kontinuierliche Verschärfung der Standards verursacht hohe finanzielle Aufwendungen, trägt allerdings nur noch in geringem Maße zusätzlich zu Energieeinsparung bei. Umgekehrt steigen trotz geringerer Energiekosten die Wohnkosten für die Mieter. Dies verdeutlichte Dr. Nikolas Müller von der Technischen Universität Darmstadt in seinem Vortrag „Energy and climate policy for the building sector.“ Er plädierte für einen erweiterten Ansatz und schlägt die beiden Indikatoren der CO2-Emissionen und der Endenergie als Alternative zu Primärenergie und Wärmeverlust vor. Insbesondere Mitgliedsstaaten, in denen bereits große Teile des Wohngebäudebestandes energetisch saniert sind, brauchen diese alternative Möglichkeit, um einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz im Wohngebäudebereich leisten zu können, z.B. über Quartiersansätze. Die Kombination aus klimaschonender Energieversorgung durch erneuerbare Energien und optimaler Verminderung des Endenergieverbrauchs ermöglicht sozialverträglichen Klimaschutz. Die Wohnungswirtschaft appellierte an die Politik, die europäische Energieeffizienzstrategie um diese Komponenten zu ergänzen.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Die Pressemitteilung zum Download. 55.94 kB

Andreas Schichel Andreas Schichel Leiter Pressestelle & Pressesprecher +49 30 82403-150

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