6. April 2022 Pressemeldungen

Endlich den Weg freimachen für lokalen Strom im Quartier

Berlin – Angesichts der aktuellen Krise ist die Energiewende dringender denn je. Im sogenannten Osterpaket setzt die Bundesregierung daher ambitionierte Ziele. So soll der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch bis Ende des Jahrzehnts fast verdoppelt werden. Neben des Wegfalls der EEG-Umlage ab Juli soll eine deutlich erhöhte Einspeisevergütung für Dachanlagen eingeführt werden, die ihren gesamten Strom ins Netz einspeisen, sogenannte Volleinspeiser.

„Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich als wichtigen Baustein für mehr Photovoltaik-Dachanlagen. Damit daraus aber kein Ladenhüter und keine Bremse für die Energiewende wird, muss die Politik jetzt nachlegen und sofort die Bedingungen für die eigene Verwendung des Stromes von Dachanlagen im Bereich der Mehrfamilienhäuser und Quartiere drastisch vereinfachen“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. Lokaler Strom im Quartier muss genau so einfach genutzt werden können, wie es mit den bisherigen Energieträgern der Fall ist. Nur so können tragbare Geschäftsmodelle entstehen und ein Anreiz gesetzt werden, die Anlagen langfristig zu betreiben.

Die Wohnungswirtschaft begrüßt die Entscheidung, die Finanzierung der EEG-Umlage weg von den Verbrauchern hin in den Energie- und Klimafonds zu überführen. Das ist richtig, da Haushalte in Deutschland dringend entlastet werden müssen. „Aber: Wir stehen bei der Energieversorgung und der energetischen Qualität unserer Wohngebäude vor einem tiefgreifenden Umbruch“, sagt Gedaschko. Nicht nur der Klimawandel und die ambitionierten Klimaziele erfordern ein schnelles Umsteuern wie wir Gebäude bauen, sanieren und mit Energie beliefern. Vor allem auch der Krieg in direkter europäischer Nachbarschaft macht deutlich, wie dringend notwendig eine Umstellung der Energieversorgung ist. „Angesichts der jüngsten Entwicklungen ist ein Wechsel hin zu dezentraler und lokaler Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien dringender denn je. Auch in diesem Zusammenhang ist die Zeit reif für radikale Vereinfachungen der lokalen Stromverwendung“, sagt Gedaschko.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Andreas Schichel Andreas Schichel Leiter Pressestelle & Pressesprecher +49 30 82403-150

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