GdW Europabrief 07/2026
- GdW Europabrief 07/2026
- Entwicklung von Finanzierungslösungen für sozialen, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum
- "Better Homes Partnerships"
- EU-Konsultation zu CSDDD
- Omnibus IV-Paket
- EU-Rat legt Standpunkt zum "European Business Wallet" fest
- EU-Fahrplan für Digitalisierung und KI im Energiebereich
- NEB-Preis 2026
„Better Homes Partnerships“
Die Generaldirektion ENER der EU-Kommission hat am 19. Juni 2026 einen Aufruf zur Interessenbekundung für die Initiative „Better Homes Partnerships“ (BHP) veröffentlicht. Diese ist Teil des Europäischen Plans für bezahlbaren Wohnraum und des Bürger-Energiepakets. Ziel ist es, durch konkrete Projekte bezahlbare und hochwertige Gebäudesanierungen zu beschleunigen, die Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteversorgung voranzutreiben sowie innovative Lösungen zu skalieren. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren gestärkt werden, um umsetzbare Projekte zu realisieren und zu verbreiten.
Der Aufruf richtet sich an ein breites Spektrum von Akteuren, darunter auch Wohnungseigentümer, -anbieter und -betreiber, die Projekte, Partnerschaften oder übertragbare Lösungen vorschlagen können. Ausgewählte Initiativen können als „Better Homes Partner” anerkannt werden. Dies kann ihre Sichtbarkeit erhöhen sowie die Überwindung von Hindernissen erleichtern, die beispielsweise regulatorischer, finanzieller oder technischer Art sind. Gleichzeitig bestätigt die Auswahl die Übereinstimmung mit EU-Prioritäten sowie die Eignung für Skalierung und Nachahmung in anderen Mitgliedstaaten.
Im Fokus stehen vier Handlungsfelder:
- Steigerung der Flexibilität durch Gebäudesanierung: Dazu gehören Projekte, die es Gebäuden ermöglichen, zu aktiven Energieanlagen zu werden und Energie zu erzeugen, zu speichern, den Energieverbrauch zu senken oder zu verlagern.
- Förderung und Vereinfachung von Sanierungen (z.B. serielle und Offsite-Sanierungen).
- Einsatz innovativer Finanzinstrumente (z.B. Garantien, Mischfinanzierungen oder Risikominderung).
- Einführung und Skalierung effizienter Heiz- und Kühllösungen (z.B. Wärmepumpen, Solartechnologien oder Integration in Fernwärme und erneuerbare Energiegemeinschaften.
Voraussetzungen sind u.a. konkrete Umsetzungsergebnisse, die Einbindung verschiedener Interessengruppen, die Darstellung regulatorischer, finanzieller und technischer Hindernisse sowie der Nachweis geeigneter Lösungen und Strategien zur Übertragbarkeit. Zudem müssen die Projekte einen Beitrag zu mehr bezahlbaren Wohnraum leisten und Maßnahmen zur Unterstützung vulnerabler Haushalte (insb. bei Energiearmut) vorsehen.