9. Juni 2016 Pressemeldungen

GdW zum Wohnungsbau-Tag: Wir brauchen einen Neustart beim sozialen Wohnungsbau in Deutschland

Berlin – Zum heute in Berlin stattfindenden Wohnungsbau-Tag erklärt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW: „Beim bezahlbaren Wohnungsbau ist die Politik am Zug. Gas geben statt bremsen muss das Motto jetzt lauten. In unseren Großstädten fehlen hunderttausende Wohnungen, insgesamt 400.000 müssten pro Jahr neu gebaut werden. Doch statt den Neubau mit den richtigen Instrumenten anzukurbeln, bremst die Politik ihn mit Eingriffen ins Mietrecht und immer neuen Verschärfungen der Energieeinsparvorgaben aus. Die aktuell steigenden Baugenehmigungszahlen sind zwar ein erstes gutes Zeichen, aber sie liefern keine Auskunft darüber, wie viele Wohnungen davon auch wirklich fertiggestellt werden – und wie viele im bezahlbaren Segment. Klar ist, dass es immer noch zu wenige sind.

Den Werkzeugkasten für mehr Wohnungsbau haben wir. Gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen wurde er im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen im Detail ausgearbeitet. Doch gerade wenn es um bezahlbares Wohnen geht, stockt der Neubaumotor immer noch. Dabei müsste die Politik die vorliegenden passenden Werkzeuge einfach nur zügig anwenden, um den Wohnungsbau in Fahrt zu bringen.

Wir brauchen einen Neustart und das insbesondere beim sozialen Wohnungsbau. Seit Jahren erleben wir hier eine Talfahrt, so dass aktuell zusätzliche 80.000 Sozialwohnungen und weitere 60.000 Wohnungen im mittleren Preissegment entstehen müssten. Das funktioniert nur mithilfe eines starken finanziellen Engagements: Insgesamt 3 Milliarden Euro an Wohnraumförderung sind hierfür notwendig. Die Länder sollten hierfür die Bundesmittel aufstocken und zweckgebunden einsetzen. Ohne eine Kofinanzierung durch die Länder und eine Mitverantwortung des Bundes kann der soziale Wohnungsbau in Deutschland nicht funktionieren. Wenn die Politik hier ihrer Verantwortung nicht gerecht wird, dann bleiben die Schwächsten in unserer Gesellschaft beim Wohnen auf der Strecke.

Zu den am dringendsten notwendigen Wohnungsbau-Werkzeugen gehören steuerliche Anreize. So sollte die lineare Abschreibung für Abnutzung (AfA) von 2 auf mindestens 3 Prozent erhöht und zusätzlich eine Sonderabschreibung für den Wohnungsbau eingeführt werden. Damit sich neben privaten Investoren auch Wohnungsunternehmen verstärkt für den Neubau engagieren können, ist eine Investitionszulage für all diejenigen Investorengruppen notwendig, die eine Sonderabschreibung nicht nutzen können. Zudem braucht der Wohnungsbau-Motor eine verstärkte Abgabe von preisgünstigem Bauland nach Konzeptqualität durch die Kommunen, ein Stopp der Preisspirale insbesondere bei der Grunderwerbsteuer und ein Moratorium für weitere Regelungen oder Verschärfungen, die zu höheren Baukosten führen würden. Gerade bei der Energieeffizienz ist wirtschaftlich vertretbare Niveau lange erreicht. Hier muss der Fokus stärker auf die Einsparung von CO2 und Endenergie rücken.

Es bedarf einer großen Kraftanstrengung von allen Beteiligten – einer echten, schweißtreibenden Mannschaftsleistung. Alle Kräfte müssen mobilisiert werden, jeder muss sich alles abverlangen – damit wir beim Thema bezahlbarer Wohnungsbau endlich stärker vorankommen.“

InWIS-Studie „Instrumentenkasten für wichtige Handlungsfelder der Wohnungsbaupolitik“ zum Wohnungsbau-Tag 2016 4.16 MB

Forderungen der Verbände zum Wohnungsbau-Tag 158.85 kB

GdW-Pressestatement zum Download 103.31 kB

Präsentation der ARGE Kiel – „Blick in die Praxis“

Über den GdW:

Die Wohnungswirtschaft in Deutschland

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Die Wohnungsunternehmen im GdW investieren jedes Jahr rund 10 Milliarden Euro in die Bewirtschaftung und den Neubau von Wohnungen und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Stabilität der Volkswirtschaft. Der GdW ist der erste Ansprechpartner für Politik, Wohnungswirtschaft und Medien bei allen Themen rund um das Wohnen – von der Energiewende bis zur Stadtentwicklung.

Andreas Schichel Andreas Schichel Leiter Pressestelle & Pressesprecher +49 30 82403-150

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