18. September 2026 Pressemeldungen

Baugenehmigungen steigen – bezahlbarer Neubau braucht aber mehr als Zuversicht

Berlin – Im Juli wurden in Deutschland 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Juli summiert sich die Zahl auf 148.800 Wohnungen und liegt damit 12,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Bei neuen Mehrfamilienhäusern stiegen die Genehmigungen um 15,1 Prozent auf 79.700 Wohnungen. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW sieht darin ein ermutigendes Signal, aber noch keine Entwarnung für den bezahlbaren Mietwohnungsbau.

„Die steigenden Genehmigungszahlen zeigen: Es gibt den Willen, Wohnungen zu bauen. Entscheidend ist aber, ob sich diese Wohnungen zu Mieten realisieren lassen, die die Menschen bezahlen können. Genau daran scheitern weiterhin zu viele Vorhaben. Unsere sozial orientierten Wohnungsunternehmen vermieten dauerhaft günstig und können hohe Bau- und Finanzierungskosten nicht einfach weiterreichen“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW.

Auch die jüngste ifo-Konjunkturumfrage zeigt, wie fragil die Erholung bleibt. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau verbesserte sich im August von minus 29,0 auf minus 22,7 Punkte. Dahinter stehen vor allem optimistischere Erwartungen. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage blieb aber unverändert.

Vorrangig müssen die Baukosten dauerhaft sinken. Der GdW fordert einen praxistauglichen Gebäude-Basisstandard, weniger kostentreibende Anforderungen und mehr serielles und modulares Bauen. Der Gebäudetyp E muss zügig rechtssicher im Werkvertrags- und Mietrecht verankert werden. Einfachere und schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen diese Schritte ergänzen.

„Die Verzögerungen beim Gebäudetyp E dürfen so nicht weitergehen. Seit Langem wird über einfacheres und kostengünstigeres Bauen diskutiert. Die Wohnungsunternehmen brauchen jetzt endlich die rechtliche Sicherheit, es auch umzusetzen. Jeder weitere Aufschub verlängert einen Zustand, in dem verzichtbare Standards dringend benötigten Wohnraum verteuern. Bezahlbares Bauen muss zum Maßstab werden“, sagt Gedaschko.

Ergänzend braucht es eine verlässliche Förderung insbesondere für das bezahlbare mittlere Mietsegment, einschließlich einer Fortführung der EH55-Plus-Förderung über das Jahresende hinaus. Zudem wären weitere Kürzungen oder Stopps bei der Neubauförderung angesichts der fragilen Erholung ein verheerendes Signal. Bei der Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau nach § 7b Einkommensteuergesetz sollte das vorgeschriebene Effizienzhaus-Niveau auf den kostengünstigeren EH55-Standard abgesenkt werden.

„Bezahlbarer Neubau braucht eine Rechnung, die für Wohnungsunternehmen und Mieter gleichermaßen aufgeht. Die Politik muss dafür sorgen, dass einfaches Bauen rechtssicher möglich wird und langfristige Finanzierung zu tragbaren Konditionen verfügbar ist. Der Erfolg der Wohnungspolitik bemisst sich daran, ob Menschen tatsächlich eine bezahlbare Wohnung finden“, sagt Gedaschko.

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Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Bildschirmfoto 2026-05-08 um 15.59.37 Andreas Schichel Leiter Pressestelle & Pressesprecher +49 30 82403-150