Baugenehmigungen im Februar leicht gestiegen – Kostenentwicklung droht Neubau auszubremsen
Berlin – Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Baugenehmigungen zeigen für Februar 2026 eine Belebung. Bundesweit wurden rund 22.200 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Anstieg von 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei den für die Wohnraumversorgung besonders wichtigen Mehrfamilienhäusern lag das Plus bei 18 Prozent. Damit setzte sich die vorsichtige Stabilisierung, die zu Jahresbeginn erkennbar war, zunächst fort.
„Die Erholung bei den Genehmigungszahlen vom Jahresanfang ist ein positives Signal – sie spiegelt aber den Trend aus der Zeit vor Beginn des Irankriegs wider. Die Regierung muss mit Blick auf die drohenden Verwerfungen jetzt umgehend handeln, damit es beim weiterhin dringend notwendigen Wohnungsbau nicht erneut zu einer Vollbremsung kommt“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.
Die Baukosten steigen weiter – insbesondere bei Materialien gibt es nach wie vor keine verlässlichen Festpreise. Die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus und in der gesamten Nahostregion verschärft die Situation deutlich. Selbst bei einer kurzfristigen politischen Entspannung würde die Wiederherstellung beschädigter Produktionsanlagen für Baustoffe mindestens drei Monate dauern. Gleichzeitig bleibt das Zinsniveau hoch. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Neubau könnte erneut abgewürgt werden.
„Umso dringlicher ist jetzt ein klarer Perspektivwechsel: Wir brauchen eine Fast Lane – also einen echten Abwägungsvorrang – für den Wohnungsbau. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen deutlich beschleunigt und standardisiert werden. In angespannten Märkten muss das Wohnen als überragendes öffentliches Interesse gesetzlich verankert werden, damit Abwägungsprozesse nicht länger Projekte blockieren. Ein klarer Abwägungsvorrang für den Wohnungsbau würde den Behörden die notwendige rechtliche Sicherheit geben, schneller und mutiger zu entscheiden“, sagt Gedaschko.
Zudem muss das Ziel „E wie einfach“ jetzt endlich Realität werden. Weniger Komplexität, klare Standards und schnellere Entscheidungen sind der Schlüssel, damit wieder mehr gebaut wird und Menschen schneller eine bezahlbare Wohnung finden. Dafür braucht es bundesweit einen rechtssicheren und praxistauglichen Basisstandard als neues Leitmaß für den Wohnungsbau. Einheitliche, schlanke Vorgaben sind der Schlüssel, um Baukosten nachhaltig zu senken, Streit über einzelne Standards zu vermeiden und Planungs- sowie Vertragsprozesse deutlich zu vereinfachen. Entscheidend ist dabei ein Systemwechsel: Nicht länger Ausnahmen von überhöhten Standards, sondern ein abgesenkter, bezahlbarer gesetzlicher Regelfall, von dem aus nur nach oben abgewichen wird.
Flankierend dazu ist eine deutliche Stärkung der Förderkulisse erforderlich. Das Programm „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“ (KNN) muss finanziell verdoppelt und über den 30. Juni hinaus verlängert werden. Ergänzend braucht es eine Sonderabschreibung (Sonder-AfA) für Neubauten im EH-55-Standard mit zusätzlichem Aufschlag, um Investitionen wieder wirtschaftlich tragfähig zu machen.
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