20. November 2018 Pressemeldungen

Bauen statt bremsen – Baugenehmigungen reichen nicht aus

Berlin – „Die Baugenehmigungszahlen steigen, aber noch zu langsam. In den ersten neun Monaten 2018 wurden mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahr, insbesondere bei den Mehrfamilienhäusern. Das ist ein positives Zeichen. Der Trend reicht allerdings nicht aus, um die jährlich notwendigen 400.000 Wohnungen in Deutschland zu schaffen. Wenn dieser Wert in absehbarer Zeit nicht einmal bei den Genehmigungen erreicht wird, sieht es für die Zukunft des bezahlbaren Wohnens düster aus“, erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zu den heute veröffentlichten Baugenehmigungszahlen des Statistischen Bundesamtes. „Statt immer mehr Bremsen brauchen wir endlich den notwendigen Schub für bezahlbaren Wohnungsbau.“

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde von Januar bis September 2018 in Deutschland der Bau von insgesamt 262.800 Wohnungen genehmigt. Das ist ein Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei den Mehrfamilienhäusern gab es mit rund 135.300 genehmigten Wohnungen eine Zunahme um 8,3 Prozent. Hier maßgeblich auch durch die vom GdW vertretenen Unternehmen.

„Es muss jetzt an den richtigen Stellschrauben gedreht werden, um den Wohnungsbau dauerhaft anzukurbeln“, forderte Gedaschko. „Das im Koalitionsvertrag verankerte Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz muss zügig kommen. Die angekündigten steuerlichen Verbesserungen müssen dringend in Richtung einer dauerhaften Änderung statt eines Strohfeuers für gerade einmal drei Jahre angepasst werden. Zudem benötigen wir dringend als Ergänzung ein Zuschussmodell. Die Genehmigungskapazitäten in den Ämtern sind zu erhöhen und die Ergebnisse der Baukostensenkungskommission aus der letzten Legislaturperiode dringend umzusetzen. Kommunen, Länder und die Bundesregierung müssen an einem Strang ziehen, denn nur wenn alle Maßnahmen zusammen wirken, lässt sich das notwendige Tempo beim Wohnungsbau erreichen.“

„Wir brauchen dringend Lösungen, denn im vergangenen Jahr wurden nur rund 285.000 Wohneinheiten statt der benötigten 400.000 fertiggestellt und auch 2018 wird die Zielmarke wieder verfehlt werden“, so Gedaschko. Die Lösungen liegen auf dem Tisch. „Die serielle und standardisierte Bauweise muss gefördert und dazu eine bundesweit gültige bauliche Zulassung für diese Gebäude geschaffen werden“, so der GdW-Chef. So kann man Kapazitätsengpässen entgegenwirken. Die Wohnungswirtschaft hat kürzlich zukunftsweisende Konzepte für seriellen und modularen Wohnungsbau vorgelegt, die in einer Rahmenvereinbarung als Ergebnis eines erstmals durchgeführten europaweiten Wettbewerbs vorliegen, bestellt und gebaut werden können. „Wir brauchen ausreichend bezahlbare Grundstücke für die neuen Wohngebäude und eine bundesweit gültige Typengenehmigung. Ansonsten drohen lange Verfahren in den Bauämtern zu einer weiteren Bremse für innovative Bauvorhaben zu werden“, so der GdW-Chef.

Andreas Schichel Andreas Schichel Leiter Pressestelle & Pressesprecher +49 30 82403-150

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