7. März 2022 Pressestatements

Europäische Bauministerkonferenz: Bezahlbares und klimaschonendes Wohnen müssen Hand in Hand gehen

Berlin – Die Bauministerinnen und Bauminister der EU-Mitgliedstaaten treffen sich morgen zum ersten Mal seit 2013 zu einer Konferenz in Nizza unter Leitung der französischen Ratspräsidentschaft. Das Treffen markiert den Startpunkt für eine Wiederaufnahme von künftig wieder regelmäßigen Konferenzen. Als Schwerpunkte stehen unter anderem bezahlbares Wohnen in Europa und das Erreichen der Klimaziele im Gebäudesektor auf der Agenda. 

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:

„Bezahlbares Wohnen und das Erreichen der Klimaziele müssen Hand in Hand gehen – auch und vor allem auf europäischer Ebene. Bei der Ausgestaltung europäischer Vorgaben wie der EU-Gebäuderichtlinie und Initiativen wie der EU-Renovierungswelle sollten die hierfür notwendige Finanzierung und insbesondere der soziale Ausgleich von Anfang an mitgedacht werden. Wir brauchen eine Abkehr von einseitiger und teurer Effizienzsteigerung durch immer höhere Gebäudestandards. Denn das können sich in ganz Europa weder Gebäudeeigentümer noch Bewohner leisten. Stattdessen muss der Weg hin zu erneuerbarer Energieversorgung und Maßnahmen mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis bei Neubau und Sanierung eingeschlagen werden. Dabei muss sich der Blick konsequent auf die Weiterentwicklung ganzer Quartiere richten.

Um möglichst schnell Ergebnisse für eine bezahlbare Energiewende beim Wohnen und zum Erreichen der ambitionierten Klimaziele zu erzielen, sollten auch moderne Bauweisen wie das serielle und modulare Bauen und Sanieren stärker vorangetrieben werden. Angesichts des Fachkräftemangels in ganz Europa und der zu erwartenden weiter steigenden Personal- und Materialengpässe sind zunehmend digitalisierte und effizientere Bauprozesse notwendig. Nur so kann die EU-Renovierungswelle effektiv angegangen werden. Die Initiative des ‚Neuen Europäischen Bauhauses‘ sollte in den Mitgliedstaaten tatkräftig angegangen werden, denn sie bietet wirksame Strategien, um das Wohnen in Europa sowohl nachhaltig als auch langfristig bezahlbar zu machen.“

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.         

Andreas Schichel Andreas Schichel Leiter Pressestelle & Pressesprecher +49 30 82403-150

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