Zuletzt aktualisiert: 04.12.2019 Pressestatements

Entwicklung des deutschen Wohnungsmarktes 2008-2018: Komplexe Probleme brauchen komplexes Lösungspaket statt einfacher Antworten

Das Statistische Bundesamt hat heute unter dem Titel „Städte-Boom und Baustau“ gemeinsam mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg umfassende Zahlen zu den Entwicklungen auf dem deutschen Wohnungsmarkt 2008-2018 vorgelegt. Die Statistik belegt eine komplexe Problemlage, die vor allem von Stadt-Land-Unterschieden, steigenden Immobilien- und Baupreisen, anhaltendem Zuzug in die Städte und zu wenig Wohnungsneubau geprägt ist.

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:

„Die umfassenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen eine komplexe Problemlage auf dem deutschen Wohnungsmarkt: Hauptgründe für die angespannte Lage in vielen Regionen sind der anhaltende Zuzug in die beliebten Ballungsräume bei gleichzeitig deutlich zu geringem Wohnungsneubau und ein deutlicher Preisanstieg im Bau sowie für die Instandhaltung von Wohngebäuden. Zwischen wachsenden Großstädten und ländlichen Regionen tun sich zudem immer größere Unterschiede auf.

Fest steht: Komplexe Probleme wie die des deutschen Wohnungsmarktes brauchen auch komplexe und differenzierte Lösungen. Einfache Antworten wie Deckel und Bremsen sind reine Augenwischerei und verschlimmern die Lage nur weiter.

Wir brauchen ein Maßnahmenpaket, das weit über den engeren Wohnungsbausektor und den in jedem Fall notwendigen zusätzlichen Wohnungsneubau hinausgeht. Stadt- und Umlandbeziehungen sollten attraktiver gestaltet werden. Dazu gehört es, Anbindungen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu verbessern, neue Mobilitätsangebote auch jenseits von Metropolen zu stärken, Infrastrukturangebote in Ankerstädten zu sichern und gegebenenfalls auch Standorte von Einrichtungen der öffentlichen Hand zu verlagern.

Darüber hinaus sollten sich Kommunen und Länder der Daueraufgabe stellen, mehr Bauflächen zu schaffen, Nachverdichtung und Dachaufstockung anzureizen statt auszubremsen und dem seriellen Bauen bezahlbarer und architektonisch wertvoller Gebäude sowie dem seriellen Sanieren zum Durchbruch zu verhelfen. Dies alles muss vom Bund durch Forschungsförderung, neue Förderansätze und eine bessere Ausgestaltung der Bundesgesetze in den Bereichen Bauleitplanung und Baunutzung sowie der Erzeugung und Verwendung dezentraler Energie- und der Steuergesetzgebung flankiert werden.“

Die GdW-Positionen „Bezahlbares Wohnen jetzt – 20 Vorschläge zur kurzfristigen Umsetzung“ finden Sie hier.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Andreas Schichel Andreas Schichel Pressesprecher +49 30 82403-150

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