Die deutschen Wohnungsunternehmen: Impulsgeber für Bildung in den Quartieren und engagiert bei der Aus- und Weiterbildung
Die deutschen Wohnungsunternehmen - gerade auch die kommunalen - stellen sich mit ihrer wirtschaftlichen und sozialen Kompetenz den Herausforderungen in vielen Bereichen der Gesellschaft. Vermieter, die ihre Wohnungsbestände nachhaltig bewirtschaften, die wirtschaftlich erfolgreich, aber gleichzeitig auch sozial engagiert sind, beschäftigen sich aufgrund ihrer Nähe zu den gesellschaftlichen Entwicklungen ganz zwangsläufig auch mit Bildungsfragen. Denn: Die Stabilität von Quartieren hängt eng mit der Qualität von Bildungseinrichtungen vor Ort zusammen.
Dringender Handlungsbedarf herrscht immer dort, wo die schulisch bedingte Segregation - d. h. die Meidung oder Präferierung von Wohngegenden wegen ihrer Bildungsinfrastrukturen - zur Entmischung von Quartieren führt und funktionierende Nachbarschaften in Gefahr bringt.
Das Thema Bildung ist Bestandteil einer integrierten Stadtentwicklung. In der Leipzig-Charta von 2007, die eine integrierte und nachhaltige Stadtentwicklung für die europäischen Städte fordert, werden Bildungsthemen als wichtige Handlungsfelder definiert. Als einziger Verband der Immobilienwirtschaft war der GdW in die Erarbeitung des „Nationalen Integrationsplanes" einbezogen. In diesem Konzept wird unter anderem im Themenfeld„Wohnen, Wohnumfeld im Quartier" eine „ausreichende und dauerhafte Personalausstattung für qualifizierte Bildungs- und Freizeitangebote im Quartier" gefordert. Damit wird der Staat in die Verantwortung genommen, für die Bereiche der Schule und der außerschulischen Bildung die Anstrengungen zu intensivieren. Der "Nationale Integrationsplan" untermauert die Erkenntnisse und Forderungen der Wohnungswirtschaft. In den Quartieren mit der schwierigsten Sozialstruktur müssen die besten Schulen und Lernbedingungen geboten werden, um eine größtmögliche Chancengleichheit zu gewährleisten.
Soziale Aspekte und Bildungsthemen müssen noch viel stärker in die integrierte Stadtentwicklung einfließen, und die Politikbereiche Städtebau- und Wohnraumförderung müssen um diese Komponenten ergänzt werden. Dabei ist erschwerend, dass Kompetenzen zwischen Bund, Ländern und Kommunen aufgeteilt sind und innerhalb dieser drei Ebenen von verschiedenen Ressorts wahrgenommen werden. Es müssen Anreize geschaffen werden, damit sich noch mehr Wohnungsunternehmen im Handlungsfeld Bildung engagieren können. Eine Quersubventionierung solcher - nicht zum Kerngeschäft gehörender - Aufgaben aus den Erlösen der Wohnungsunternehmen ist auf Dauer nicht vertretbar.
Gerade kommunale Wohnungsunternehmen sind bestens geeignet als Impulsgeber und Akteure: Die Kompetenzen, die sie in den Bereichen Netzwerkbildung und –arbeit besitzen, tragen maßgeblich zum Erfolg der Quartiersentwicklung bei. Über nachbarschaftliche Projekte können Potenziale vor Ort aktiviert und die Stabilität der Quartiere gesichert werden. Sie erwirtschaften damit einen erheblichen „Public Value" und eine zusätzliche „Stadtrendite". Aber auch die Kommunalpolitik muss sich verstärkt für die Bildung im Quartier engagieren.
Der GdW setzt sich bereits seit Jahren intensiv für die Bildung im Quartier und in der Branche ein. Im Jahr 2007 stand der GdW-Verbandstag unter dem Motto: „Mit klugen Köpfen ist gut Stadt zu machen". Dabei stand das Thema Personalentwicklung im Mittelpunkt, denn in den Wohnungsunternehmen ist nicht nur das Immobilienvermögen nachhaltig zu bewirtschaften und zu entwickeln, sondern ebenso das Vermögen, das in den Köpfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steckt. Der GdW hat im Rahmen seines strategischen Bildungsstrukturkonzeptes in den letzten Jahren aktiv die Modernisierung der immobilienwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildungsordnungen sowie der Fortbildungs- und Studienangebote betrieben. So wurden in den letzten Jahren die Regelwerke für den/die Immobilienkaufmann/-kauffrau, Immobilienfachwirt/in (IHK) und Immobilienökonom/in (GdW) novelliert und an die aktuellen wohnungswirtschaftlichen Forderungen angepasst. Darüber hinaus wurde im Dezember 2008 die EBZ Business School in Bochum eröffnet, die zurzeit bereits drei immobilienwirtschaftliche Studiengänge anbietet: Master of Arts Real Estate Management, Bachelor of Arts Real Estate, Bachelor of Arts Business Administration.
Die demographischen Prognosen verkünden: Die Zahl der 16 bis 25-Jährigen ist stark rückläufig. Alle Bundesländer haben bereits im Schuljahr 2008/2009 weniger Schüler im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Dies führt zu einem sinkenden Angebot auf dem Ausbildungsmarkt. In einer Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages wurde ermittelt, dass bereits heute knapp 30 % der befragten Unternehmen einen Rückgang bei den Bewerberinnen und Bewerbern um einen Ausbildungsplatz feststellen. Auch die Unternehmen der Wohnungswirtschaft spüren diesen Trend. Deswegen hat der GdW in diesem Jahr gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden eine umfassende Ausbildungskampagne für die Immobilienwirtschaft gestartet. Diese Aktion hat das Ziel, die Branche bei den jungen Menschen bekannter zu machen und die Vorteile einer Ausbildung in der Wohnungswirtschaft darzustellen. Am 16. Juni 2009 hat der GdW mit einem Kongress im Berliner Olympiastadion diese Imagekampagne für den Beruf des/der Immobilienkaufmanns/frau gestartet. Gemeinsam mit Spitzensportlern und hochkarätigen Referenten stimmten Sportmoderator Gerhard Delling und Bundesbauminister Tiefensee die über 400 Teilnehmenden auf den "Modernen Fünfkampf in der Immobilienwirtschaft" ein: Ausbildung, Kompetenzentwicklung, Führung, Wertevermittlung und Motivation.
Weitere Informationen zur Ausbildungskampagne finden Sie im Internet unter www.immokaufleute.de


